setzen


setzen

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set|zen ['zɛts̮n̩], setzte, gesetzt:
1. <+ sich> eine sitzende Stellung einnehmen:
du darfst dich nicht auf den Boden setzen; setzt euch an den Tisch!; sie hat sich in den Schatten gesetzt.
Syn.: sich niederlassen, Platz nehmen, seinen Platz einnehmen.
Zus.: sich dazusetzen, hereinsetzen, hinsetzen, niedersetzen.
2. <tr.; hat jmdm. oder einer Sache einen bestimmten Platz geben:
sie setzte das Kind auf ihren Schoß; er hat seine Mütze auf den Kopf gesetzt.
Syn.: platzieren, tun.
Zus.: absetzen, aufsetzen, hinsetzen, umsetzen.
3. <+ sich> (in einer Flüssigkeit) langsam zu Boden sinken:
der Kaffee muss sich noch setzen; die weißen Flöckchen in der Lösung haben sich gesetzt.
Syn.: sich ablagern.
Zus.: absetzen, ansetzen, niedersetzen.
4. <tr.; hat (eine Pflanze) mit den Wurzeln in die Erde senken:
sie haben Kartoffeln gesetzt.
Syn.: pflanzen.
Zus.: aussetzen, umsetzen.
5. <itr.; ist, auch: hat> sich über etwas (mit einem Hilfsmittel, in Sprüngen o. Ä.) hinwegbegeben:
die Römer sind/haben über den Rhein gesetzt; er setzte mit dem Pferd über den Graben.
Syn.: überqueren, überschreiten.
Zus.: hinwegsetzen, nachsetzen, übersetzen.
6. <tr.; hat die Vorlage für den Druck herstellen:
sie haben das Manuskript bereits gesetzt.
7. <tr.; hat als Funktionsverb: etwas in Brand setzen (etwas anzünden); einen Text in Klammern setzen (einklammern); sich zur Wehr setzen (sich wehren); etwas aufs Spiel setzen (etwas riskieren, wagen); jmdn. auf freien Fuß setzen (jmdn. aus der Gefangenschaft entlassen); einer Sache Grenzen, Schranken setzen (Einhalt gebieten); sich ein Ziel setzen (sich etwas zum Ziel, zur Aufgabe machen).

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sẹt|zen 〈V.; hat
I 〈V. tr.〉 jmdn. od. etwas \setzen an einen Ort, Platz bringen, tun, stellen ● einen Baum, Strauch \setzen einpflanzen; jmdm. ein Denkmal \setzen errichten; jmdm. eine Frist \setzen bestimmen, dass jmd. zu einem Zeitpunkt etwas zu tun hat; Junge \setzen 〈Jägerspr.〉 zur Welt bringen (vom Haarwild außer Schwarzwild); ein Manuskript, einen Text \setzen mit der Hand od. Maschine seine Schriftzeichen mit metall. Lettern zu Zeilen u. Seiten zusammenfügen; sich die Nadel \setzen sich Rauschgift spritzen; einen Ofen \setzen aufstellen, errichten; einen Punkt, ein Komma \setzen anbringen, schreiben; es wird Schläge \setzen 〈umg.〉 geben; die Segel \setzen aufziehen, ausspannen; sich od. einer Sache ein Ziel \setzen ein Z. bestimmen ● Personen vom Schiff ans Land \setzen bringen; das Glas, die Trompete an den Mund \setzen heben; Hoffnungen auf jmdn. \setzen hoffen, dass jmd. etwas Bestimmtes erreichen wird; einen Topf aufs Feuer, auf den Herd \setzen; sich die Krone aufs Haupt \setzen sich krönen; einen Namen auf eine Liste \setzen schreiben; auf ein Pferd \setzen wetten, einen bestimmten Betrag einzahlen, um für den Fall, dass das Pferd siegt, einen Gewinn zu erhalten; ein Kind auf einen Stuhl \setzen; eine Schüssel, Platte auf den Tisch \setzen; Vertrauen in jmdn. \setzen jmdm. vertrauen; ein Wort in Anführungszeichen \setzen mit A. bezeichnen; sich in Bewegung \setzen zu gehen, fahren beginnen; jmdn. in Erstaunen \setzen jmds. E. erregen; einen Motor in Gang \setzen einschalten; ein Gedicht, einen Text in Musik \setzen komponieren, vertonen; jmdn. in Schrecken \setzen erschrecken; eine Anzeige in die Zeitung \setzen veröffentlichen, drucken lassen; jmdn. über einen anderen \setzen jmdn. zum Vorgesetzten eines anderen bestimmen; jmdn. über den Fluss \setzen mit dem Boot bringen; seinen Namen unter ein Schriftstück \setzen ein Sch. unterschreiben ● gesetzt, er kommt angenommen, er kommt; gesetzt den Fall, dass ... angenommen, dass; gesetzt ernst, ruhig, besonnen; gesetztes Alter vorgerücktes A.; gesetztes Wesen; er ist sehr gesetzt
II 〈V. refl.〉 sich \setzen
1. einen Sitzplatz einnehmen, sich in sitzende Stellung begeben, sich niederlassen
2. feste Teilchen, Unreinheiten zu Boden sinken lassen (von Flüssigkeiten)
3. zusammensinken, Hohlräume verschwinden lassen (Erdreich)
● \setzen! (Aufforderung an die Schulklasse, eigtl.: setzt euch!); der Kaffee hat sich gesetzt; bitte \setzen Sie sich! ● \setzen lassen = setzenlassen ● sich an eine Arbeit \setzen eine A. beginnen; sich ans Fenster, an den Tisch \setzen; sich auf einen Stuhl, eine Bank, auf die Couch \setzen; der Vogel hat sich auf einen Zweig, aufs Fensterbrett gesetzt; der Staub hat sich in die Ritzen gesetzt ist eingedrungen; der Geruch setzt sich in die Kleider dringt in die K. ein; sich neben jmdn. \setzen; sich zu jmdm. \setzen
III 〈V. intr.〉
1. schwungvoll springen
2. 〈Glücksspiel〉 einen Einsatz zahlen
● hoch, niedrig \setzen; über einen Bach, eine Hecke \setzen
[<mhd. setzen <ahd. sezzen <got. satjan <germ. *satjan]

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sẹt|zen <sw. V.> [mhd. setzen, ahd. sezzen, Kausativ zu sitzen u. eigtl. = sitzen machen]:
1. <s. + sich; hat
a) [sich irgendwohin begebend] eine sitzende Stellung einnehmen:
jmdn. auffordern, sich zu s.;
setzt euch/s.!;
sich bequem, aufrecht s.;
sich an den Tisch, auf einen Stuhl, neben jmdn., zu jmdm. s.;
sie sollten die Kinder sich s. lassen;
b) verblasst in präpositionalen Verbindungen; drückt aus, dass jmd. bestimmte Verhältnisse für sich herstellt:
sich an die Spitze s. (Spitze 3);
sich auf eine andere Spur s. (als Autofahrer[in] auf eine andere Fahrspur wechseln);
sich bei jmdm. in Gunst s. (sich jmds. Gunst verschaffen);
sich in Bewegung s. (Bewegung 1 b);
sich ins Unrecht s. (Unrecht 1 a);
sich mit jmdm. in Verbindung (Verbindung 7 a), ins Einvernehmen (Einvernehmen) setzen;
sich zur Wehr s. (1Wehr 1).
2. <hat>
a) zu bestimmtem Zweck an eine bestimmte Stelle bringen u. eine gewisse Zeit dort belassen; jmdm., einer Sache einen bestimmten Platz geben:
ein Kind auf einen Stuhl, jmdm./sich auf den Schoß s.;
sich den Hut auf den Kopf s.;
einen Topf auf den Herd s.;
den Becher [zum Trinken] an den Mund s.;
Karpfen in einen Teich s.;
(Brettspiele:) einen Stein s.;
<auch ohne Akk.-Obj.:> er hat noch nicht gesetzt;
b) verblasst in präpositionalen Wendungen; drückt aus, dass bestimmte Verhältnisse für jmdn., etw. hergestellt werden, dass jmd., etw. in einen bestimmten Zustand gebracht wird:
jmdn. auf schmale Kost s. (jmdm. wenig zu essen geben);
ein Schiff auf Grund s. (auflaufen lassen);
etw. außer Betrieb s. (eine Maschine o. Ä. zu arbeiten aufhören lassen; etw. abstellen);
etw. in Betrieb s. (eine Maschine o. Ä. zu arbeiten beginnen lassen; etw. anstellen);
Dinge zueinander in Beziehung s. (eine Beziehung zwischen ihnen herstellen);
ein Wort in Klammern s. (einklammern);
etw. an die Stelle von etw. s. (Stelle 1 a);
etw. ins Werk s. (Werk 1);
etw. in Szene s. (Szene 2);
etw. in Musik s. (vertonen);
etw. in die Zeitung s. (Zeitung 1 a);
etw. in Tätigkeit s. (in Betrieb nehmen);
ein Pferd in Trab s. (Trab);
Banknoten in Umlauf s. (Umlauf);
keinen Fuß mehr über jmds. Schwelle s. (Fuß 1 a);
keinen Fuß vor die Tür s. [können] (Fuß 1 a);
die Worte gut zu s. wissen (Wort 2);
jmdn. in Erstaunen s. (jmdn. erstaunen);
jmdn. unter Drogen s. (jmdn. mit [einer hohen Dosis] Drogen willenlos, willfährig machen).
3. <hat>
a) an der dafür bestimmten Stelle einpflanzen:
Salat, Tomaten s.;
Kartoffeln s. (Saatkartoffeln in die Erde bringen);
b) in einer bestimmten Form aufstellen, lagern:
Getreide in Puppen s.;
Holz, Briketts s. (schichten, stapeln);
c) [herstellen u.] aufstellen:
einen Herd, [Kachel]ofen s.;
eine Mauer, einen Zaun s.;
jmdm. ein Denkmal, einen Grabstein s. (errichten);
d) an einem Mast o. Ä. aufstecken, aufziehen:
vor der Ausfahrt die Segel s.;
das Boot hatte keine Positionslaternen gesetzt;
Ü den [linken, rechten] Blinker s. (Kfz-Wesen; das [rechte, linke] Blinklicht einschalten);
e) irgendwohin schreiben:
seine Anschrift links oben auf den Briefbogen s.;
seinen Namen unter ein Schreiben s.;
ein Gericht auf die Speisekarte s. (in die Speisekarte aufnehmen);
jmds. Namen, jmdn. auf eine Liste s. (in eine Liste aufnehmen);
etw. auf den Spielplan, auf die Tagesordnung s. (in den Spielplan, in die Tagesordnung aufnehmen);
einen Punkt, ein Komma s. (in einem Text anbringen);
[jmdm.] einen Betrag auf die Rechnung s. (berechnen);
ein Buch auf den Index s. (die Lektüre eines Buches verbieten);
f) (Druckw.) einen Schriftsatz von etw. herstellen:
einen Text, ein Buch [mit der Hand, mit der Maschine] s.;
g) bei einer Wette, einem Glücksspiel als Einsatz geben:
ein Pfand s.;
seine Uhr als, zum Pfand s.;
er hat 100 Euro auf das Pferd gesetzt;
<auch ohne Akk.-Obj.:> er setzt immer auf dasselbe Pferd;
auf jmdn. s. (an jmds. Erfolg, Sieg glauben u. ihm sein Vertrauen schenken);
seine Hoffnung auf jmdn., etw. s. (in einer bestimmten Angelegenheit darauf hoffen, dass sich durch jmdn., etw. etwas für einen erreichen lässt);
sein Vertrauen auf jmdn., etw. s. (jmdm., einer Sache vertrauen);
Zweifel in etw. s. (Zweifel);
h) in Bezug auf etw. eine bestimmte Anordnung treffen, etw. festlegen, bestimmen:
die Freiheit absolut s. (auffassen);
einer Sache Grenzen s. (Einhalt gebieten);
einer Sache ein Ende, Ziel s. (dafür sorgen, dass etw. aufhört);
jmdm. eine Frist s.;
du musst dir ein Ziel s. (etw. zum Ziel, zur Aufgabe machen);
Akzente s. (auf etw. besonderen Nachdruck legen u. sich dadurch hervortun);
Prioritäten s. (Priorität 2 b);
Zeichen s. (Zeichen 1 b);
i) (Sport) einen Spieler, eine Spielerin od. eine Mannschaft im Hinblick auf die zu erwartende Leistung für den Endkampf einstufen u. ihn, sie teilweise od. ganz aus den Ausscheidungskämpfen herausnehmen:
die deutsche Meisterin wurde als Nummer zwei gesetzt;
<subst. 2. Part.:> der erste Gesetzte schied bereits in der Vorrunde aus.
4.
a) <ist, auch: hat> einen großen Sprung über etw. machen; etw. in einem od. mehreren großen Sprüngen überqueren:
das Pferd setzt über den Graben, über ein Hindernis;
er setzt über den Zaun, die Mauer;
b) <ist, auch: hat> ein Gewässer mit technischen Hilfsmitteln überqueren:
die Römer setzten hier über den Rhein;
c) <hat> über ein Gewässer befördern:
sich vom Fährmann über den Fluss, ans andere Ufer s. lassen.
5. <s. + sich; hat
a) (in etw.) nach unten sinken:
die Lösung setzt (klärt) sich;
der Kaffee muss sich erst s. (der Kaffeegrund muss sich nach dem Brühen erst am Boden sammeln);
das Erdreich setzt (senkt) sich;
etw. sich s. lassen (etw. geistig verarbeiten: wir müssen die Neuigkeit sich erst s. lassen);
b) als bestimmter Stoff o. Ä. irgendwohin dringen:
Tabakrauch setzt sich in die Kleider;
der Staub setzt sich in die Ritzen.
6. <hat> (Jägerspr.) (von Haarwild außer Schwarzwild) Junge, ein Junges zur Welt bringen.
7.
es setzt etw. (ugs.; es gibt Prügel o. Ä.; hat: gleich setzt es Prügel, Ohrfeigen; wenn du nicht hörst, setzt es was).

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Setzen,
 
1) Aufbereitung: die Arbeit einer Setzmaschine.
 
 2) grafische Technik: Aneinanderreihen von Drucktypen, Matrizen oder Schriftzeichen von Hand oder maschinell zur Herstellung von Druckformen.
 
 3) Jägersprache: Bezeichnung für das Gebären beim Haarnutzwild (außer beim Schwarzwild: Frischen).
 
 4) Sport: System der Paarung von Wettkämpfern und Mannschaften durch den (wertenden) Veranstalter, der eine Setzliste (meist mit Gruppen) erstellt; soll von den Zufälligkeiten des Loses unabhängig machen und verhindern, dass die vermeintlich stärksten Wettkämpfer zu Beginn eines Wettbewerbs aufeinander treffen. Üblich ist das Setzen v. a. bei Zweikampfsportarten wie Tennis, Tischtennis, Ringen und (Amateur-)Boxen, aber auch bei Turnieren in Mannschaftssportarten wie Fußball und Handball.
 
 5) Teppichweberei: das mustergemäße Ziehen der Kettfäden von Hand bei der mechanischen Herstellung von kettgemusterten Teppichen.

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sẹt|zen <sw. V.> [mhd. setzen, ahd. sezzen, Veranlassungswort zu ↑sitzen u. eigtl. = sitzen machen]: 1. <s. + sich; hat a) [sich irgendwohin begebend] eine sitzende Stellung einnehmen: jmdn. auffordern, sich zu s.; willst du dich nicht s.?; setz dich doch; setzt euch/s.!; sich bequem, aufrecht s.; sich an den Tisch, auf einen Stuhl, auf seinen Platz, in den Sessel, ins Gras, in die Sonne, in den Schatten, auf die Terrasse, unter die Kastanie, neben jmdn., zu jmdm. s.; Fritz ... packte mit beiden Händen ... die Stiefel vor sich, zog an, und der Mann in den Schaftstiefeln setzte sich wuchtig in den spitzen Streukies (Kühn, Zeit 332); er hätte sich am liebsten sofort aufs Klo gesetzt (wäre am liebsten sofort zur Toilette gegangen; H. Gerlach, Demission 137); Mein Verteidiger setzt sich unmittelbar hinter mir auf eine Bank (Ziegler, Labyrinth 306); der Vogel setzte sich ihm auf die Schulter (ließ sich dort nieder); auf die Nachricht von seiner Erkrankung hin setzte sie sich sogleich in den Zug/(ugs.:) auf die Bahn (fuhr sie sogleich mit der Bahn zu ihm); ∙ <mit Dativobj.:> Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen, dem Wanderer zur kurzen Ruh' bereitet (Schiller, Tell IV, 3); b) verblasst in präpositionalen Verbindungen; drückt aus, dass jmd. bestimmte Verhältnisse für sich herstellt: sich an die Spitze s. (↑Spitze 3 a); sich auf eine andere Spur s. (als Autofahrer auf eine andere Fahrspur wechseln); sich an jmds. Stelle s. (↑Stelle 1 a); sich in den Besitz von etw. s. (↑Besitz); sich bei jmdm. in Gunst s. (sich jmds. Gunst verschaffen); sich in Bewegung s. (↑Bewegung 1 b); sich ins Unrecht s. (↑Unrecht 1 a); sich mit jmdm. in Verbindung (↑Verbindung 4 b), ins Einvernehmen (↑Einvernehmen) s.; sich zur Wehr s. 1(↑Wehr). 2. <hat> a) zu bestimmtem Zweck an eine bestimmte Stelle bringen u. eine gewisse Zeit dort belassen; jmdm., einer Sache einen bestimmten Platz geben: ein Kind auf einen Stuhl, aufs Töpfchen, jmdm. auf den Schoß, sich auf den Schoß s.; den Oleander nach draußen, in den Garten s.; einen Topf auf den Herd s.; sich den Hut auf den Kopf s.; den Becher [zum Trinken] an den Mund s.; ein Huhn [zum Brüten] auf die Eier s.; Karpfen in einen Teich s.; beim Laufenlernen einen Fuß vor den andern s.; Langsam setzt der Hengst Huf vor Huf (Frischmuth, Herrin 116); Er selber machte auf sein Alter nur dadurch aufmerksam, dass er seine Schritte allzu federnd setzte (Fest, Im Gegenlicht 244); der Gast wurde in die Mitte, neben die Dame des Hauses gesetzt; eines Tages setzen sie mir dann fremde Leute in die Bude (quartieren sie zwangsweise bei mir ein; Danella, Hotel 47); Der Beschuldigte wurde in Zulieferungshaft gesetzt (Tages Anzeiger 10. 7. 82, 12); (Brettspiele:) einen Stein s.; <auch o. Akk.-Obj.:> er hat noch nicht gesetzt; b) verblasst in präpositionalen Wendungen; drückt aus, dass bestimmte Verhältnisse für jmdn., etw. hergestellt werden, dass jmd., etw. in einen bestimmten Zustand gebracht wird: Einen jungen forschen Lektor an dieses Manuskript s., überlegte Gabler, es radikal durchforsten lassen (Loest, Pistole 240); jmdn. auf schmale Kost s. (jmdm. wenig zu essen geben); Damals konnte er Penicillin nicht vertragen, deshalb setzte ich ihn auf Tetracyclin (verabreichte ich ihm Tetracyclin; Kemelman [Übers.], Mittwoch 68); einen Hund auf eine Fährte s. (zum Suchen auf einer Fährte veranlassen); ein Schiff auf Grund s. (auflaufen lassen); als er in volltrunkenem Zustand einen geliehenen Wagen an einen Laternenpfahl setzte (gegen einen Laternenpfahl fuhr; Hörzu 13, 1976, 28); etw. außer Betrieb s. (eine Maschine o. Ä. zu arbeiten aufhören lassen; etw. abstellen); etw. in Betrieb s. (eine Maschine o. Ä. zu arbeiten beginnen lassen; etw. anstellen); Dinge zueinander in Beziehung s. (eine Beziehung zwischen ihnen herstellen, sie in Beziehung zueinander betrachten); jmdn. ins Brot s. (seinen Lebensunterhalt verdienen lassen); ein Wort in Klammern s. (einklammern); jmdn. in Erstaunen s. (jmdn. erstaunen); etw. an die Stelle von etw. s. (↑Stelle 1 a); etw. ins Werk s. (↑Werk); etw. in Szene s. (↑Szene); etw. in Musik s. (↑Musik); etw. in die Zeitung s. (↑Zeitung); etw. in Tätigkeit s. (↑Tätigkeit 2); ein Pferd in Trab s. (↑Trab); Banknoten in Umlauf s. (↑Umlauf); keinen Fuß mehr über jmds. Schwelle s. (↑Fuß); jmdn. unter Drogen s. (jmdn. mit [einer hohen Dosis] Drogen willenlos, willfährig machen); keinen Fuß vor die Tür s. [können] (↑Fuß); die Worte gut zu s. wissen (↑Wort 2). 3. <hat> a) an der dafür bestimmten Stelle einpflanzen: Salat, Tomaten s.; Kartoffeln s. (Saatkartoffeln in die Erde bringen); deshalb habe sie ... die hohen Malven gesetzt (M. Walser, Pferd 94); b) in einer bestimmten Form aufstellen, lagern: Getreide in Puppen s.; Holz, Briketts s. (schichten, stapeln); c) [herstellen u.] aufstellen: einen Herd, [Kachel]ofen s.; eine Mauer, einen Zaun s.; Erst hat er ein Zimmer angebaut, dann hat er sich Nachtstromöfen s. lassen (Brot und Salz 317); jmdm. ein Denkmal, einen Grabstein s. (errichten); d) an einem Mast o. Ä. aufstecken, aufziehen: den diplomatischen Stander s.; vor der Ausfahrt die Segel s.; das Boot hatte keine Positionslaternen gesetzt; Ü den [linken, rechten] Blinker s. (Kfz-W.; das [rechte, linke] Blinklicht einschalten); e) irgendwohin schreiben: seine Anschrift links oben auf den Briefbogen s.; seinen Namen unter ein Schreiben s.; ein Gericht auf die Speisekarte s. (in die Speisekarte aufnehmen); jmds. Namen, jmdn. auf eine Liste s. (in eine Liste aufnehmen); etw. auf den Spielplan, auf die Tagesordnung s. (in den Spielplan, in die Tagesordnung aufnehmen); einen Punkt, ein Komma s. (in einem Text anbringen); er setzt (verwendet beim Schreiben) überhaupt keine Satzzeichen; ein Buch auf den Index s. (die Lektüre eines Buches verbieten); [jmdm.] einen Betrag auf die Rechnung s. (berechnen); f) (Druckw.) einen Schriftsatz von etw. herstellen: Lettern, Schrift, ein Manuskript, einen Text, ein Buch [mit der Hand, mit der Maschine] s.; g) bei einer Wette, einem Glücksspiel als Einsatz geben: ein Pfand s.; seine Uhr als, zum Pfand s.; er hat 100 Mark auf das Pferd gesetzt; <auch o. Akk.-Obj.:> er setzt immer auf dasselbe Pferd; Aber man kann auf alles s., Windhunde, Schifahrer, Prominentenhochzeiten (Frischmuth, Herrin 83); Ü auf jmdn. s. (an jmds. Erfolg, Sieg glauben u. ihm sein Vertrauen schenken); verblasst: seine Hoffnung auf jmdn., etw. s. (in einer bestimmten Angelegenheit darauf hoffen, dass sich durch jmdn., etw. etwas für einen erreichen lässt); Entgegen dem Rat Lodframs, der uns auf den Überraschungseffekt zu s. empfahl (Heym, Schwarzenberg 56); Vogel setzt auf absolute Mehrheit (MM 17. 11. 86, 1); Sie (= Landesregierung)... setzt mit ihrem Alternativangebot ... auf Preisstopp, ... Pauschalierung, Kontrollen (Nds. Ä. 22, 1985, 16); sein Vertrauen auf jmdn., etw. s. (↑Vertrauen); Zweifel in etw. s. (↑Zweifel); h) in Bezug auf etw. eine bestimmte Anordnung treffen, etw. festlegen, bestimmen: jmdm. eine Frist s.; die Freiheit absolut s. (auffassen); Nur unsere Anmaßung setzt die Gefahr als ein Absolutes (Strauß, Niemand 132); einer Sache eine Grenze, Grenzen, Schranken s. (Einhalt gebieten); einer Sache ein Ende, Ziel s. (dafür sorgen, dass etw. aufhört); du musst dir ein Ziel s. (etw. zum Ziel, zur Aufgabe machen); Akzente s. (auf etw. besonderen Nachdruck legen u. sich dadurch hervortun); Jenen noch lebenden Großen nachzuspüren, die in der Vergangenheit Akzente gesetzt, Steine ins Rollen gebracht hatten (Hörzu 23, 1975, 5); Prioritäten s. (↑Priorität); Zeichen s. (↑Zeichen); (bes. österr.:) eine Aktion, Maßnahme s. (eine Aktion durchführen, eine Maßnahme ergreifen): Das wollte „Greenpeace“ zum Anlass nehmen, um seine erste Aktion in Österreich zu s. (Basta 7, 1983, 48); Auch wenn er unpopuläre Maßnahmen s. muss, sagt er es dem Wähler in aller Deutlichkeit (Wochenpresse 25. 4. 79, 4); i) (Sport) einen Spieler, eine Mannschaft im Hinblick auf die zu erwartende besondere Leistung für den Endkampf einstufen u. ihn teilweise od. ganz aus den Ausscheidungskämpfen herausnehmen: die deutsche Meisterin wurde als Nummer zwei gesetzt; subst. 2. Part.:> der erste Gesetzte schied bereits in der Vorrunde aus. 4. a) einen großen Sprung über etw. machen; etw. in einem od. mehreren großen Sprüngen überqueren <ist, auch: hat>: das Pferd setzt über den Graben, über ein Hindernis; wie ein dressiertes Tier durch einen Flammenreifen setzt (Ransmayr, Welt 66); Gleich einem Tier, das erschreckt von dannen springt, setzte der Barkas (= ein Auto) nach vorn (machte einen Satz nach vorn; Bastian, Brut 98); er setzt über den Zaun, die Mauer; b) ein Gewässer mit technischen Hilfsmitteln überqueren <ist, auch: hat>: die Römer setzten hier über den Rhein; c) über ein Gewässer befördern <hat>: sich vom Fährmann über den Fluss, ans andere Ufer s. lassen. 5. <s. + sich; hat a) (in etw.) nach unten sinken: die weißen Flöckchen in der Lösung haben sich gesetzt; „Der Staub wird sich bald s.“, tröstete der Eitrige (Hilsenrath, Nacht 252); die Lösung setzt (klärt) sich; der Kaffee muss sich erst s. (der Kaffeegrund muss sich nach dem Brühen erst am Boden sammeln); der Schaum auf dem Bier hat sich schon etwas gesetzt (ist schon etwas zusammengefallen); das Erdreich setzt (senkt) sich; b) als bestimmter Stoff o. Ä. irgendwohin dringen: die Giftstoffe setzen sich unter die Haut; Tabakrauch setzt sich in die Kleider; der Staub setzt sich in die Ritzen; der Geruch setzt sich in die Vorhänge; Der Wind setzt sich unter ihren Dirndlrock und die Dirndlschürze (Zeller, Amen 31). 6. (Jägerspr.) (von Haarwild außer Schwarzwild) Junge, ein Junges zur Welt bringen <hat>. 7. *es setzt etw. (ugs.; es gibt Prügel o. Ä.; hat): gleich setzt es Prügel, Hiebe, Senge, Ohrfeigen; wenn du nicht hörst, setzt es was; In Wiederholungsfällen setzt es Gefängnis oder Zwangsarbeit in den Minen (Spiegel 25, 1985, 112).

Universal-Lexikon. 2012.

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